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Aktuelles
20.10.21

TH: Die Dachlage

"Man kann gar nicht so verrückt denken, wie sich die Einsatzlage darstellen kann", sagte uns einmal ein TH-Ausbilder. Darauf aufbauend haben wir heute ein Fahrzeug auf das Dach gedreht und für die Übung angenommen, dass der Zugang durch die seitlichen Fahrzeugtüren nicht möglich ist (z. B. Grabenlage). Der Fahrer hing daher kopfüber in seinem Sicherheitsgurt. Weiterhin simulierten wir ein gasgetriebenes Fahrzeug (LPG) und weil das alles noch nicht reichte, befanden sich auf dem Fahrzeug noch verschiedene Hinweisschilder zu geladenem Gefahrgut.

Die Aufgabe war somit gestellt: Menschenrettung aus verunfalltem gasgetriebenem Fahrzeug in Dachlage. 

Der Aufbau des Ablageplatzes ging zügig und dank des Lichtmastes und unserer starken Akkuleuchte war auch das Ausleuchten mit wenigen Handgriffen schnell erledigt. Jetzt wurde die Taktik für die Rettung besprochen. Im Einsatz ist das die Aufgabe des jeweiligen Einsatzabschnittsleiters, des Leiters der technischen Rettung oder des Angriffstrupps. In der Übung soll natürlich jeder daran teilhaben und auch seine Ideen einbringen können. Es wurde so verschiedene Lösungsmöglichkeiten für das Abstützen, die Zugangsöffnung und die Rettungsöffnung diskutiert und auch getestet. Das Stabfast-Abstützsystem ist hierbei in Punkto Flexibilität, Geschwindigkeit und Stabilität kaum zu überbieten. Der Zugang und die Rettung erfolgten dann durch das Heck. Hier fanden die Retter dann auch die Ladung, die sich doch etwas von der erwarteten unterschied :-) .

Nachdem die B- und C-Säulen getrennt waren, wurde das Dach mit zwei Hydraulikstempeln zu Boden gedrückt. Jetzt konnten die Helfer vorbei an der hinteren Sitzreihe zum Patienten gelangen. Zu guter Letzt wurden noch das Lenkrad und der Sitz verschoben, um den Verletzten schonend über das Spine-Board zu befreien.

Anschließend kam das Fahrzeug wieder auf seine Füße und jeder konnte nochmal sein Können mit den hydraulischen Geräten an den vier Türen beweisen. Wir gingen auch noch verschiedene Möglichkeiten durch, wie im Zweifel zusätzlicher Platz im Fahrgastraum geschaffen werden kann. Hierbei gilt es bestimmte Fahrzeugstrukturen durch gezielte Schnitte zu schwächen und anschließend mit dem Spreizer oder einem Zylinder ganze Fahrzeugpartien zu bewegen.

Vielen Dank an dieser Stelle an Christian Fieweger vom Autoservice Hodenhagen, dafür dass wir wieder bei euch üben konnten.

 

09.10.21

Seilwindenseminar vom Profi

Die Stadtfeuerwehr Walsrode hat uns als Feuerwehren mit Fahrzeugwinden ein Praxistraining für Seilwinden ermöglicht. Wir, das sind die Feuerwehren Walsrode, Bomlitz und Krelingen. Das Training wurde von Hartmut Wagner aus Weil am Rhein durchgeführt. Hartmut ist als ehemaliger Mitarbeiter eines Fahrzeugseilwindenherstellers und auf Grund seiner Erfahrungen als Feuerwehrmann ein gefragter Seminarleiter für Windentrainings.

Das Seminar startete am Freitagabend mit einem gemeinsamen Theorieteil im Feuerwehrhaus. Hier wurden neben Technik- und Materialkunde auch Taktik und Vorgehensweisen im Zuge eines Bergeeinsatzes mit der Seilwinde vermittelt. Am Samstag ging es dann zur FTZ nach Schneeheide. Hier wurde die Theorie vom Vortag zusammen mit den jeweils verfügbaren Fahrzeugen und Geräten in die Praxis umgesetzt. In zwei Gruppen (vormittags und nachmittags) konnten die verschiedenen Methoden und Techniken am echten Objekt trainiert werden. Neben den Feuerwehrfahrzeugen mit Winde stand auch ein Sattelschlepper als "Last" zur Verfügung. Direkter Zug, Zug mit Rolle an verschiedenen Festpunkten und Einsatz einer festen Rolle als Umlenkrolle wurden so durchgeführt und jeder konnte erleben, wie sich das eigene Fahrzeug mit vollem Windenzug verhält. Alle Winden wurden dabei auch mit ihrer maximalen Nennzugkraft von 50 kN belastet, bis sie dann automatisch abschalteten. "Es kann nichts kaputt gehen, wenn ihr euch an einige wenige Regeln haltet. Die Winden schalten vorher ab" so Hartmut. Auch die vorhandenen Anschlagmittel, wie z. B. Rundschlingen, Ketten und Schäkel wurden ausgiebig besprochen und ihr Einsatzwert getestet.

Zusätzlich standen auch zwei Altfahrzeuge für ein späteren Sonderteil "Kettenrettung" zur Verfügung. Bei dieser Rettungstechnik wird kurzgesprochen ein deformiertes Unfallfahrzeug mit Hilfe der Winde und kräftiger Kettensätze wieder auseinandergezogen. Die Methode ist eine zusätzliche Option im Einsatz, wenn andere Taktiken nicht wirken und nicht möglich sind.

Klasse Seminar!

 

24.09.21

Teileinheiten der Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd übten am Wochenende

Nachdem der Fachzug Wassertransport der Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd des Heidekreises bereits am vorherigen Wochenende geübt hatte, übten alle restlichen Teileinheiten am 25.09.2021. Eine Großübung wie sonst üblich, war dieses Jahr auf Grund der Pandemiesituation nicht möglich, sodass die einzelnen Fachzüge jeweils separat Ausbildung betrieben haben.

Den Anfang machte der Fachzug Technische Hilfeleistung, welcher in Hodenhagen das Vorgehen bei einer Massenkarambolage trainierte. Mit vereinten Kräften und viel technischem Gerät galt es mehrere eingeklemmte Personen zu befreien und das Gerät sicher bedienen zu können. Im Anschluss gab es aber auch ausreichend Gelegenheit verschiedene Gerätschaften einmal auszuprobieren und Tipps unter den Feuerwehren auszutauschen. Ein besonderer Dank geht hier an den Autoservice Hodenhagen, welcher das Gelände und die Schrottfahrzeuge zum Üben zur Verfügung stellte.

Text: Thomas Klamet, Stellv. Pressesprecher, Feuerwehren der Stadt Walsrode

Bilder: Thomas Klamet + FF Krelingen

 

21.09.21

AGT: Vorgehen mit Chemie-Schutz-Anzug

Schon beim Tragen von "normalem" umluftunabhängigen Atemschutz sind viele Dinge zu beachten und Abläufe zu trainieren. Doch das alles wird noch übertroffen von den Regeln und Tätigkeiten im Gefahrguteinsatz. Wir übten heute den Einsatz bei chemischen Gefahren. Hier ist das große Ziel eine Kontamination der Einsatzkräfte mit einem gefährlichen Stoff zu vermeiden und anschließend den Stoff zu sichern. Dazu muss zunächst natürlich erkundet werden, welcher Stoff und in welchen Mengen in der Situation eine Gefährdung darstellt.

Das Anziehen und auch die Arbeit in den Chemie-Schutz-Anzügen (CSA) ist sehr aufwendig und anstrengend und gleichzeitig ist die Bewegungsfreiheit und sämtliche Sinne stark eingeschränkt. Da wird sogar eine Funkmeldung zur Herausforderung. Truppweise gingen die Teilnehmer vor und erkundeten verschiedene Lagen und lernten sich trotz der Einschränkungen durch die Anzüge sicher zu Bewegen.

Im realen Einsatz kommt zusätzlich zu den Geräteträgern noch die ganze Logistik der aufwendigen Dekontamination und umfangreicher Spezialmaterialien für die Sicherung der gefährlichen Stoffe hinzu. Das bedeutet einen immensen Aufwand an Mannschaft, Gerät und vor allem Zeit bei jedem Gefahrguteinsatz. Wir haben zwei CSA-Anzüge auf unserem HLF und können damit direkt zu Einsatzbeginn eine Erkundung starte. Wir nutzen so die Zeit bis weitere Kräfte mit Spezialgerät vor Ort ankommen.

Die Fähigkeiten der CSA-Träger bedingen neben dem reinen Tragen der Schutzanzüge zusätzlich ein breites Wissen über die Abläufe und Grundlagen, sowie der Taktik und Schutzmaßnahmen im Gefahrguteinsatz. Das erlernen unsere Helfer in mehrtägigen Speziallehrgängen in Theorie und Praxis.

Danke an Timo aus der der Feuerwehr Bad Fallingbostel, der heute die Ausbildung mit zusätzlichen Übungsanzügen, interessanter Theorie und wertvollen Praxistipps unterstützt hat.

 

08.09.21

Einsatzübungen zur Brandbekämpfung

Einsatzabläufe festigen sich ab besten durch praktische Wiederholung. Mit diesem Gedanken haben wir beim Übungsdienst am Mittwoch drei kurze Einsatzübungen gefahren.

Wir simulierten:

  • einen kleinen Waldbrand
  • einen Trafostationsbrand
  • einen Nebengebäudebrand

Es gilt immer zuerst die Eigenabsicherung und einen Erstangriff mit dem mitgeführten Wasser zu starten. Dieser Erstangriff ist dabei durch das endliche Tankvolumen begrenzt und zielt häufig dem Schutz der Nachbargebäude. Parallel wird die Wasserversorgung aufgebaut und anschließend der Hauptlöschangriff gefahren. Zusätzlich müssen aber auch nachrückende Kräfte koordiniert, Licht aufgebaut oder Schaulustige zurückgehalten werden. Der Umfang des Löschangriffs muss immer mit der zur Verfügung stehenden Löschwasserversorgung abgeglichen werden. Werden z. B. zu viele Rohre gleichzeitig vorgenommen, sinkt der Wasserdruck und damit auch der Löscherfolg. Durch mehrmalige Positionswechsel in der Gruppe zwischen den Übungen konnte jeder seine Erfahrungen vertiefen oder diese auch an seine Kammeraden*innen weitergeben.